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Konkurrenz zu NorGer und NORD.LINK? So ist der Atomausstieg noch schneller möglich

Dezentrale Speicherung von Energie ist auch in Deutschland möglich

Bereits am 17.März stellte Greenpeace Energy eine neue innovative Speichermöglichkeit vor, die den Umstieg auf eine Vollversorgung durch Erneuerbare Energien ermöglichen könnte.

Die Idee ist, dass überschüssiger Windstrom in einem einfachen Elektrolyseverfahren in Wasserstoff umgewandelt und in das bereits vorhandene Erdgasnetz eingespeist wird.

Windgas Konkurrenz zu NorGer und NORD.LINK? So ist der Atomausstieg noch schneller möglich

So funktioniert Windgas (Quelle: Grafik und Illustration Carsten Raffel/Greenpeace Energy)

Das durch das Elektrolyseverfahren gewonnene Windgas lässt sich ohne Probleme über mehrere Monate speichern und später mit Hilfe von Gaskraftwerken und Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen wieder in Strom verwandeln oder direkt als Gasersatz zum herkömmlichen Erdgas im Haus verbrauchen.

„Den Speicherbedarf bei einer vollständigen Versorgung aus erneuerbaren Energien beziffert Dr. Michael Sterner vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Systemtechnik (IWES) deutschlandweit auf rund 170 Terrawattstunden (TWh) jährlich. Platz dafür ist im Gasnetz. Dessen Speicherfähigkeit reicht aus, um für zwei bis drei Monate die gesamte Stromversorgung Deutschlands zu übernehmen. „Über die Strom-Gasnetz-Kopplung erschließen wir die größte Speicherinfrastruktur, die wir in Deutschland haben. Der gesamte Ökostrom von 2010 bräuchte gerade mal ein Viertel der vorhandenen Gasspeicherkapazität.“, resümiert der Experte vom Fraunhofer-IWES.“ Quelle: Greenpeace Energy

Die Wandlung von Windstrom in Windgas ist bereits heute sinnvoll, da es derzeit noch zu viele andere Kraftwerke gibt, welche das Netz blockieren und so einen Teil des Windstromes „überschüssig“ werden lassen.

Vorteile der Windgasnutzung

  1. Unabhängigkeit von Energielieferungen aus dem Ausland.
  2. Die Erschließung von bereits vorhandenen Speicherkapazitäten von 120 Terrawattstunden ist ohne größeren Eingriff in die Natur möglich.
  3. Der Ausbau der Stromnetze kann verringert werden, da durch Windgas die bereits vorhandene Energietransportinfrastruktur besser genutzt werden kann.
  4. Die Produktion von Windgas ist nachhaltiger als die Produktion von Biogas und bietet einen höheren Energieertrag als die Verwendung nachwachsender Rohstoffe.
0 Konkurrenz zu NorGer und NORD.LINK? So ist der Atomausstieg noch schneller möglich

Zur unterstützenden Finanzierung der Windgastechnologie wird Greenpeace Energy ab Herbst 2011 einen „proWindgas“ Tarif anbieten, welcher allen Gaskunden zur Verfügung stehen wird. Der Tarif wird einen geringen Aufschlag enthalten und vorerst nur Erdgas liefern, was sich dann ab 2012 durch steigende Beimischung von Windgas ändern soll.

Wie und ob sich das Windgas-Projekt auf die Realisierung des NorGer und des Nord.Link Kabels auswirkt, bleibt abzuwarten.

Weiterführende Links:

Mit Windgas in den Atomausstieg – Greenpeace Energy

1 comment to Konkurrenz zu NorGer und NORD.LINK? So ist der Atomausstieg noch schneller möglich

  • KK3

    Die deutschen Gaspeicherkapazitäten bieten sicherlich eine gute Möglichkeit um überschüssige Energie aus Windstrom zu speichern. Doch wie sieht es da mit den Kosten aus und wieviel Energie wird während des Umwandlungsprozesses verloren gehen?

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