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NorGer: Der Teufel steckt im Detail

Viele hören beim NorGer Projekt, dass es um den Austausch von Strom aus Wasser- und Windkraft geht. Natürlich wäre dies wünschenswert! Aber wer weiß eigentlich, was noch alles dran hängt, am HGÜ-Kabelprojekt zwischen Norwegen und Deutschland?

Auf der einen Seite wird viel Strom aus Atomkraft und anderen konventionellen Energiequellen in Deutschland produziert, der zu einer Auslastung der Stromnetze führt und auf der anderen Seite steht die Strommenge aus erneuerbaren Energien, welche sehr stark schwank und zu einer plötzlichen Stromüberproduktion führen kann. Die Aufnahme des Stromes aus erneuerbaren Energien wird durch die nur langsam regelbaren konventionellen Kraftwerke erschwert.

Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz sind die Netzbetreiber jedoch dazu verpflichtet den grünen Strom vorrangig in das Netz aufzunehmen. Für die Kraftwerksbetreiber bedeutet dies, dass sie ihre Stromproduktion um die Strommenge aus erneuerbarer Energie reduzieren müssten. Da dies kaum möglich ist und konventionelle Kraftwerke effizienter Strom erzeugen, wenn sie auf Volllast produzieren, wird der grüne Strom von den Kraftwerksbetreibern nach EEG vergütet und zu billigsten Preisen verhökert oder sogar ganze Windparks abgeschaltet.

Weshalb produzieren wir zu viel Strom?

Wir produzieren den Strom, den wir benötigen hauptsächlich aus Kernkraftwerken und aus Kraftwerken mit herkömmlichen, nicht regenerativen Energien.

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Quelle: BMWi

In Niedersachsen gibt es, durch Wind- und Sonne viel umweltfreundliche Energie zur Stromerzeugung. Der daraus gewonnene Strom sollte laut EEG vorrangig ins Leitungsnetz eingespeist werden.

Da es jedoch auch viel Elektrzizität aus fossilen Brennstoffen und aus Atomkraft gibt, ist das Netz oft bereits vollkommen ausgelastet. Die konventionellen Kraftwerke müssten, dem Willen des Gesetzgebers nach, bei einem hohen Einspeisevolumen der regenerativen Energien, heruntergefahren werden, um „Platz in den Leitungen“ für den umweltfreundlichen Strom zu machen. Dies veringert aber auf der einen Seite die Effizienz der Kraftwerke und schmälert hierüber gleichzeitig die Gewinne der Stromerzeuger und senkt auf der anderen Seite aufgrund des Merit-Order-Effektes den Handelspreis an der EEX.

Weil man aber bei erhöhtem Windaufkommen schnell reagieren muss und man dies nicht lange im Voraus planen kann, erstatten die Kraftwerksbetreiber in einigen Fällen die potenzielle Windstromerzeugung und sorgen für eine Abschaltung einiger Windkraftanlagen.

1 comment to NorGer: Der Teufel steckt im Detail

  • Mertens

    Der Teufel steckt tatsächlich im großen Detail! Natürlich Sinn und Zweck ist es, Über-
    strom aus den zukünftigen weiteren Ausbau von Wind- und Solarkraftwerken zu entlasten durch die Nordseekabelverbindung Norw.- Deutschland bzw. andere europäische Staaten zu entlasten und auch Norwegens Stromberdarf zu sichern bei schon vorgekommenen extremen Niederschlagsmangel, zu wenig, um Speicherseen zu füllen, welches schon zu massiven Stromdefizit in Norwegen führte! Jedoch Ansicht, 100% Stromersatz für Deutschland aus norwegischen Speicherseen ist ein Energiewendemärchen auch bei Umbau vorhandener Speicherseekraftwerke in Pumpspeicherkraftwerke! Durch Umwelt-bestimmungen und Widerstand der betroffenen Bevölkerung Norwegens sind solcheVorhaben eingegrenzt, weil dann viele Landschaften und auch Orte unter Wasser gesetzt werden müßten mit einer Anzahl neu zu bauender Pumpspeicherwerke, von denen es in Norw. wenig gibt, mit Ober- und unteren Rückpumpsee, um genügend Höhen-Druckenergie für Turbinen zu gewährleisten! Für Deutschland könnte dann ohne Kernenergie in ca. 50 Jahren, praktisch nach fast ein Generationswechsel, ein Ersatz durch 50% Ökostrom möglich sein! Jedoch muß dieser Strom auch von der Allgemeinheit bezahlt werden können! Also man sollte die Kirche im Dorf lassen und nicht von Forderungen von Utopisten beeinflussen lassen, AKWs sofort abschalten, unser Stromnetz würde hoffnungslos zusammenbrechen. Auch Utopisten brauchen Strom! Aber es nützt wenig, wenn andere Länder global dieses Ziel nicht verfolgen!

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