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NorGer: Klare Bekenntnis zum Ökostrom fehlt

Während in den Medien hin- und herdiskutiert wird, weshalb die Bundesregierung nicht endlich grünes Licht für das NorGer Projekt gibt, fehlt Seitens des Konsortiums eine klare Bekenntnis zu Wind- und Wasserkraft. Dass mit Hilfe der deutsch-norwegischen Kabelverbindung ausschließlich Windstrom nach Norwegen transportiert wird steht zumindest in keiner der Pressemitteilungen von Herrn Dr. Hochstätter, dem Pressesprecher des Konsortiums. Wer genau hinschaut, der merkt schnell, dass in sämtlichen Beiträgen der NorGer allein von der Möglichkeit des Austausches von Strom aus Windkraft die Rede ist. Richtig ist in jedem Fall, dass der Strom aus Norwegen aus Wasserkraft kommen wird. “Es steckt natürlich ein finanzielles Interesse hinter dem Projekt“, wie Dr. Hochstätter, während einer öffentlichen Diskussion Ende August im Niedersächsischen Ovelgönne von sich gab.

Das gesamte Projekt basiert auf Spekulationsgeschäften, die mit Sicherheit nicht nur darauf abzielen, allein den Strom aus Erneuerbaren Energien nach Norwegen zu leiten.

Wenn Kraftwerke zuviel Strom produzieren, was auf die konventionelle Kraftwerke besonders während der Nacht zutrifft, dann wird dieser Strom zu billigsten Preisen nach Norwegen verkauft. Dort wird er mit Hilfe von Pumpen und Speicherseen, in vermeintlich saubere Energie aus Wasserkraft verwandelt und als Ökostrom, bei Bedarf, zurück nach Deutschland geschickt.

Sollte einer von Euch/Ihnen ein verpflichtendes Bekenntnis der NorGer zum Ökostrom aus Deutschland finden, dann bitte ich um Benachrichtigung!

3 comments to NorGer: Klare Bekenntnis zum Ökostrom fehlt

  • Mädchen Harald

    Ui. Das wär natürlich ein Ding – den eigenen Dreckstrom auf Umwegen teuer zurückzukaufen.
    Während das mit der Windergie, die wegen der großen Kraftwerke leerlaufen muß, erstmal eine vielleicht gute Lösung sein könnte..
    Und wenn man ne eigene Firma gründet, die NorGer die Idee wegnimmt und sie konsequent ökologisch umsetzen tut?

    • Das wäre sicherlich eine Garantie dafür, dass eine solche Kabelleitung nicht zur reinen Abschöpfung des Windstromes dienen würde. Dabei darf man aber auf der einen Seite nicht vergessen, dass 1,4 Milliarden Euro auch nicht mal eben schnell bereitgestellt werden können. Hinzu kommt, dass sowohl beim NorGer, als auch beim NORD.LINK Kabel der norwegische Staat direkt durch die Beteiligung der Statnett involviert ist. Es dürfte schwierig werden eine solche Kabelleitung zu verlegen, wenn man völlig marktfremd ist und die Gewinne nicht nach Norwegen fließen.
      Die Frage wäre ja, wie man dafür sorgt, dass die Kabelverbindungen nicht zum nachteiligen Effekt verwendet werden.

  • So unverfroren und scheinheilig war noch keine andere Bundesregierung wie diese. Mit dem Hauptprojekt Laufzeitverlängerung – viel mehr hatte die Bundesregierung letztes Jahr nicht geschafft – ging man jetzt so baden, wenn der Auslöser nicht so schrecklich wäre, könnte man glatt Häme verspüren. Das ist jetzt der oft angekündigte Anfang vom Ende der Regierung Merkel, davon wird sie sich nicht mehr berappeln.

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