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Kernkraftwerke

Kernkraftwerke (KKW) produzieren mit Hilfe von Wärme Strom. Ihre Funktionsweise ähnelt in vielen Bereichen der Stromproduktion von Wärmekraftwerken.

Im Kernreaktor des Atomkraftwerkes (AKW) wird durch die kontrollierte Kernspaltung von Atomkernen Energie freigesetzt. Durch diese Energie werden die Spaltprodukte in Bewegung gesetzt und erzeugen bei ihrer Ausbremsung Hitze. Diese erhitzt dann Wasser und  wandelt dies in seine gasförmige Form um – dem Wasserdampf. Durch die Verwandlung entsteht im Dampferzeuger enormer Druck, der wiederum gewaltige Energie besitzt und zum Antrieb mehrstufiger Dampfturbinen verwendet wird.

Während des Durchlaufes durch die Turbinen, beginnen diese zu rotieren und treiben die riesigen Kraftwerksgeneratoren an. Der Druckabbau, der durch den Durchlauf der Dampfturbine resultiert, wird Expansion genannt. Im Verlauf dieses Prozesses verwandelt sich ein Teil des gasförmigen Dampfes zurück in seine Ursprungsform – dem Wasser.

Um auch den restlichen Wasserdampf in seine Ursprungsform zurück zu verwandeln, wird dieser zum Wärmeaustausch in die Kondensatoren geleitet und wieder in Wasser umgewandelt.

Kommt es zu Fehlern im Kühlsystem, dann kann es passieren, dass die Brennstäbe sich unweigerlich erhitzen und schmelzen. Sollte dies der Fall sein, dann lässt sich die Kernreaktion nicht mehr durch einbringen des Neutronenabsorbers stoppen und eine unkontrollierte Kettenreaktion beginnt, die sich im schlimmsten Fall in Form einer Explosion entlädt.

Dies war der Grund für die bisher größte Katastrophe in der Geschichte der Kernkraftwerke. Geschehen im Jahr 1986 im Kernkraftwerk Tschernobyl, in der Ukrainischen Sowjetrepublik.

Bei diesem Unfall wurden große Mengen hochradioaktiven Materials in die Luft geschleudert und haben die Region um Tschernobyl bis über viele Jahre hinweg Verseucht.

Trotz der großen Gefahren, die die Stromproduktion durch Kernenergie mit sich bringt, wurden weltweit mehr als 212 Atomkraftwerke in Betrieb genommen und produzieren in einer installierten Gesamtleistung ungefähr 375.000 Megawatt. 60 weitere Kernkraftwerke befinden sich derzeit noch im Bau.

In Deutschland wird seit Jahren daran gearbeitet, die in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke, durch Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien zu ersetzen.

Die Kernenergie gilt bis heute als effizienteste und kostengünstigste Methode der Stromerzeugung und ist daher sehr lukrativ. Atomkraftwerke stoßen während des Prozesses zur Energieerzeugung zwar kein Kohlenstoffdioxid aus, werden aber aufgrund des atomaren Mülls und der großen Risiken langfristig in Deutschland abgeschaltet.

Aufgrund des von der Politik bereits mehrfach beschlossenen Atomausstieges, waren die Betreiber gezwungen, ihre Kernkraftwerke vorzeitig abzuschreiben und Rücklagen zum Rückbau der Anlagen zu bilden. Dies wirkte sich über viele Jahre auf die Preisgestaltung der deutschen Stromindustrie aus.

Da die Kernkraftwerke möglichst schnell refinanziert werden mussten, wurden die Kosten über die Strompreise an die Verbraucher weitergegeben. Durch die von der Bundesregierung am 28.10.2010 beschlossene Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke, haben die Kraftwerksbetreiber nun die Chance künftig enorme Gewinne zu verbuchen.

Das Projekt NorGer wird hierzu seinen Teil beitragen, da sich für die Kernkraftwerksbetreiber die Möglichkeit ergibt, während der Nächte mit voller Leistung Strom zu produzieren und diesen in den norwegischen Speicherseen einzulagern. Man bedenke, dass dies noch immer die effizienteste und kostengünstigste Methode der Stromerzeugung ist! Richtig rentabel wird daher für die NorGer die Durchleitung von Strom aus deutschen Kernkraftwerken.

Für die ahnungslosen Bürger bedeutet dies, dass sie vermeintlich sauberen Strom aus norwegischer Wasserkraft verbrauchen, der eigentlich durch Kernenergie erzeugt wurde.

Ein weiterer negativer Aspekt der Laufzeitenverlängerung ergibt sich, weil hierdurch auch das Kernkraftwerk Unterweser seinen Betrieb  über das Jahr 2012 hinaus fortsetzen darf. Aufgrund dessen kann die deutsch-norwegische Kabelverbindung nicht seinen Strom beim Umspannwerk des AKW’s ins deutsche Hochspannungsnetz einspeisen. Angeblich ist das dort befindliche Stromnetz bereits vollkommen ausgelastet, zumindest soweit man den Aussagen des Netzbetreibers TenneT glauben darf.

Stattdessen beabsichtigt die TenneT nun den Bau eines Umspannwerkes oder einer großen Schaltstation im 50 km entfernten Moorriem. NorGer hat für dieses Projekt bereits eine Netzanschlusszusage erhalten und beabsichtigt nun, das HGÜ-Kabel quer durch die Wesermarsch zu verlegen.

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