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Moorriem

Das heutige Moorriem verläuft als 16 km langer Strich in der Wesermarsch und liegt zwischen Oldenburg und der Hunte bei Elsfleth. Entlang einer Straße verläuft das Dorf als langer Siedlungstreifen von Moorhausen, über Butteldorf und Bardenfleth bis nach Neuenbrok. Es wird vermutet, dass sich der Name des Dorfes aufgrund seines Verlaufes als Strich, oder auch „Riemen“ genannt, und seiner Lage im „Moor“, zusammensetzt.

Etwa um 1050 entstand Moorriem als Moormarschsiedlung zur Urbanisierung (Kultivierung) des Moores. Obgleich verschiedene Bodenfunde belegen, dass es bereits vor Chr. erste Siedler in diesem Bereich der Wesermarsch gab. Im Moorboden wurden mehrfach Reste von Bohlenwegen gefunden die das Durchqueren der Moorlandschaft ermöglichten.

Etwas südwestlich vom Dorf gelegen befindet sich die Gellener Torfmöörte. Dieses 118 ha große Naturschutzgebiet besteht aus einem Hochmoor- und Niedermoorkomplex, welcher mit seinen brachliegenden Moorgründlandflächen, Teichen, Verlandungs- und Waldgesellschaften, sowie Torfstichen und Moorheiden noch heute Einblick in die frühere, weitverbreitete Moorlandschaft gewährt. Gemeinsam mit dem Ipweger Moor stellt die Gellner Torfmöörte den letzten Rest naturähnlicher Hoch- und Übergangsmoore in der Wesermarsch dar.

Bis heute gilt Moorriem als ein einzigartiges Beispiel bäuerlicher Kulturgeschichte und lädt, mit seinen teilweise unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhäusern, welche liebevoll restauriert wurden, zum Radwandern und genießen der dörflichen Idylle ein.

Im Jahr 1974 verlor Moorriem seinen Status als eigenständige Gemeinde und gehört seit dem zur Stadt Elsfleth. In Moorriem leben aktuell ca. 2050 Menschen.

7 comments to Moorriem

  • Merle

    Ein schönes Fachwerkdorf verliert seinen Charme, weil Geld die Welt regiert! Meinetwegen sollen die noch ein paar Windkrafträder aufstellen, die sind mir allemal lieber als die 25 m hohe Blechhütte für die Konverterstion. Das Ding wird dann über die ganze Wesermarsch hinweg zu sehen sein und ganz besonders in Moorriem. Die Stadt sollte Moorriem als Erholunggebiet ausweisen und den Bau verhindern. Anderswo wird damit geworben wie toll man hier Radwandern und auf ein Stück Kuchen ins Landcafe einkehren kann und dann sowas! Die Touris kommen her und finden ne riesige Stromstation vor.
    Hat eigentlich schonmal jemand versucht bei uns im Dorf Ölbohrungen zu machen? Vielleicht würden n’ paar Bohrtüme auch noch prima ins Dorfbild passen!

    • MJ

      Wir behalten uns lieber vor, nach Versiegen der allerletzten Ölquelle, unsere Torfvorkommen zu erschließen. Davon gibts bei uns ja noch einige. Während dann andere frieren, können wir schön mit dem abgebauten Torf aus unserem Moor heizen. Warts mal ab, die Ölscheichs werden sich noch umschauen und neidisch in die beschauliche Wesermarsch blicken!! Hier lagern die Rohstoffe der Zukunft.

  • Tolga

    Weshalb wird das Umpsannwerk noch gleich hier in Moorriem gebaut? hmm… die Gewerbesteuern fließen nicht nach Elfleth und für die mickrigen Einkünfte aus der Grunderwerbssteuer dürfte auch niemand das Projekt befürworten. Wenn die Stadt zumindest von dem Stromprojekt profitieren würde, dann hätte ich immerhin ein wenig Verständnis für dessen Bau. Aber so? Wir können uns doch nicht einfach von der TenneT diktieren lassen wohin die ihr Umspannwerk bauen und die NorGer ihre Konverterstation. Das macht mich echt sauer!!!

  • Merle

    Wie bescheiden ist das dann? Wir wollen gar kein Umspannwerk oder die riesige Konverterstation in Moorriem! Aber was können wir dagegen tun? Nichts, zumindest so wie es aussieht!

    Viele der Menschen, hier aus der Umgebung, haben sich am Raumordnungsverfahren beteiligt und ihre Bedenken vorgebracht. Aber so wie es aussieht, werden diese einfach missachtet.

    Am 09. Dezember haben sich Vertreter unserer Stadt, der NorGer und der Regierungsvertretung in Oldenburg getroffen.
    Abgrundtief witzig, dass bereits am Tag zuvor ne Pressemitteilung in der Kreiszeitung steht, dass vermutlich nichts gegen das Bauerwerk unternommen werden kann und man bereits nach der besten Wiese für die Konverterstation ausschau hält.

    Gehts noch??? Haben die Bürger und besonders die Anwohner der Umgebung denn überhaupt kein Vetorecht mehr?

    Unsere Grundstücke verlieren an Wert und wir schauen bloß zu?!

  • Colin

    Ich komme aus Moorriem und habe keine Lust so ein scheiß Ding im Garten stehen zu haben. Wenn die dieses Teil haben wollen dann sollen die sich das in ihren Garten stellen und nicht bei uns in der Gemeinde Moorriem !

  • Klaus

    Grausam mit ansehen zu müssen, wie Euer schöner Garten verschandelt wird. Da wollen die allen ernstes ein Gebäude bauen, was nicht dem örtlichen Fachwerkstil entspricht. Und dann noch 25 m hoch? Donnerschock! SKANDAL!!

    Aber keine Angst, für Eure Sorgen und Bedenken gibt es einen “medizinischen” Begriff: NIMBY

    Not In My Back Yard! (woanders aber gern…)

  • Sehr kluger Beitrag, insbesondere deine Aussage “woanders aber gern” solltest du dabei aber nochmal genauer überdenken.
    Wo wären wir, wenn jeder mit Kollateralschäden so umgehen würde?
    Selbst diese lassen sich bei genauerer Betrachtung oft minimieren. Sofern es nicht an der Ignoranz anderer scheitert.
    Im Übrigen wird aktuell darüber nachgedacht, ob eine Ansiedlung des Umspannwerkes im Industriegebiet der Stadt Elsfleth nicht sinnvoller erscheint, als die dauerhafte Verbauung der landwirtschaftlichen Nutzflächen nahe des Dorfes Moorriem. Dies bedeutet eine Verschiebung des Bauprojektes um weniger als 2 Kilometer!
    Um es für dich verständlicher zu machen, wie wäre es z.B. wenn man eine Biogasanlage mitten in eine Stadt bauen würde, statt diese in ein von Landwirtschaft geprägtes Dorf wie Moorriem zu bauen?
    Vielleicht sollte man sich erst mit der Sachlage auseinandersetzen, bevor man hier solche schlauen Sprüche zu Lasten anderer loslässt. Ignoranz und Unkenntnis sind das größte Übel einer Gesellschaft!
    Nur weiter so Klaus!

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