Archiv

NorGer

Am 10.06.2010 wurde offiziell das Raumordnungsverfahren zum Projekt NorGer, bei dem ein HGÜ-Kabel den norwegischen mit dem deutschen Strommarkt verbinden soll, eingeleitet.

norger karte jpg 800x500 q95 300x225 NorGer
Kabelverlauf des NorGer HGÜ Kabels durch die Nordsee

Das NorGer Konsortium stellte im vergangenen Jahr einen Antrag zur Einleitung des Raumordnungsverfahrens durch die Regierungsvertretung in Oldenburg.

Bis zum Jahr 2015 beabsichtigt das Konsortium ein mehr als 600 km langes Hochsspannungs-Gleichstrom-Übertragungskabel durch die Nordsee zu verlegen.

Laut Aussagen von Herrn Dr. Matthias Hochstätter, dem Pressesprecher des norwegisch-schweizerischen Konsortiums, kann bei diesem Projekt überschüssiger Strom aus deutscher Windkraft nach Norwegen übertragen werden und in Wasserkraft umgewandelt werden und bei Bedarf der norwegische Strom aus Wasserkraft wieder zurück ins deutsche Stromnetz fließen.

NorGer KS beabsichtigt 1,4 Milliarden Euro in die Verlegung des Seekabels zu investieren, welches dann bis nach Niedersachsen verlaufen wird und die Stromübertragung in das Netz der Tennet TSO GmbH (ehemals Transpower GmbH und zuvor E.ON Netz) gewährleistet.

Die Übertragungskapazität des Kabels wird dabei 1.400 Megawatt sein, was genau der Leistung des Kernkraftwerkes Unterweser entspräche.

Laut bisherigen Planungen wird das Kabel aus Norwegen in Butjadingen in der Wesermarsch anlanden und bis zum 50 km entfernten Einspeisepunkt, im elsflether Ortsteil Moorriem unterirdisch verlegt werden.

Bei der Übertragung des Stromes über eine mehr als 600 km lange Strecke gehen ca. 7 – 10 Prozent des Stromes verloren. Die HGÜ-Methode gilt jedoch derzeit als effizientestes und umweltschonendstes Verfahren, um Energie über sehr lange Strecken zu transportieren.

NorGer kann den deutschen Kraftwerkspark effizienter machen. Bei einer Lieferung von jährlich bis zu 4 Mrd. Kilowattstunden (kWh) Strom aus norwegischer Wasserkraft würde NorGer etwa den gleichen Beitrag zum Klimaschutz leisten wie ein Fünftel der deutschen Wasserkraft (2009: 21 Mrd. kWh) oder etwa zwei Drittel der deutschen Photovoltaik (2009: 6 Mrd. kWh). Mit dem Einsatz norwegischer Wasserspeicher steht für die schwankende Windenergie dann die derzeit effizienteste Energiespeicherform zur Verfügung. Die Sicherheit des deutschen Stromnetzes und der deutschen Energieversorgung wäre durch NorGer zusätzlich gestärkt. Zudem wird die Abhängigkeit von Energieimporten aus unsicheren Regionen abgemildert. Die Öffnung des deutschen Strommarktes zum skandinavischen Strommarkt Nordpool dämpft ausserdem tendenziell den deutschen Strompreisanstieg. (Quelle: NorGer Pressemitteilung vom 11.06.10)

7 comments to NorGer

  • Gast

    Hey! Coole Idee, dass du wegen des Umspannwerkes und dem NorGer Projekt ne Homepage eingerichtet hast. Wäre schön, wenn du damit mehr Leuten die Augen öffnen würdest, um deutlich zu machen, dass der vermeindlich grüne Strom alles andere als grün ist! Es ist doch wirklich beängstigend, wenn hier den Menschen so vorgegaukelt wird, dass allein Strom aus Windkraft und Wasserkraft ausgetauscht wird. Echt ein Witz, wenn man sich nur mal das Projekt NorNed ansieht. Bisher scheinen die Menschen aber nur die Worte Wind- und Wasserkraft wahrzunehmen. Schreib doch bitte einen Artikel darüber, dass das niederländische Projekt alles andere als sauberen Strom erzeugt. Dort stehen ja auch auf der einen Seite Kernkraftwerke, deren Energie in die vermeindlich saubere norwegische Wasserkraft umgewandelt wird.
    Das Projekt könnte sich als Betrug am Bürger herausstellen!

    Mit besten Grüßen

    Matze

  • Ökofreund

    Sag mal, wie kommst du denn auf sowas? Bei dem Projekt geht es doch auschließlich um den Austausch von Windkraft- und Wasserkraft oder nicht?
    Ich habe mir die Berichte im Internet durchgelesen und habe bisher nichts über Kernkraft lesen können.

    Greetz

  • Gast

    Hey Ökofreund,

    du musst nicht lang im Internet suchen, solang du es zumindest tust. Nehmen wir als Beispiel die EGL AG (Elektrizitäts-Gesellschaft-Laufenburg) deren Geschäftstätigkeit durch den Handel mit Wasserkraft und Kernkraft ergänzt wird. Glaubst du allen Ernstes, dass die wirklich nur den überschüssigen Strom aus Erneuerbaren Energien für die Durchleitung in Betracht ziehen? Dafür ist das ganze Projekt zu rentabel. Bei NorNed ergab sich bereits nach 4 Monaten ein Ertrag von 70mio EUR gegenüber den getätigten Investitionen von 600mio. Scheint ein lukratives Geschäft zu sein. Wenn ich könnte, dann würd ich mir auch gern nen Stausee anlegen.

    Geh einfach mal im Internet auf Suche. Du wirst auf keiner der NorGer eigenen Seiten sehen, dass man ausschließlich Strom aus Windkraft durch das Kabel schicken wird. Die Äußerungen sind meistens offen gehalten und lassen weitere Bekundungen zu.
    Gesetzlich dürfte es auch recht schwierig werden, dass man die Handelsgesellschaft dazu verpflichtet ausschließlich Strom aus Erneuerbaren Energien zu handeln. Wenn aber ein Kernkraftwerk in den Niederlanden die Energie für die Wasserkraft erzeugt hat, dann ist das in meinen Augen alles andere als grüner Strom!

  • Dille

    Wenn eure Behauptungen überhaupt wahr sind, dann wäre dies absolut einer der größten Ökoskandale schlecht hin.
    Aus der Presse ist ja zu entnehmen, dass die NorGer derzeit auf eine vertragliche Aufnahmegenehmigung, die das Überseeprojekt als Kraftwerk laut KraftNAV annerkennen soll, pocht.
    Würde die Bundesregierung bzw. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle sein OK zum Projekt geben, dann hätte NorGer das Recht den eigenen Strom ständig in das deutsche Hochspannungsnetz einzuspeisen. Ob der Strom wirklich Ökostrom ist oder nicht, die Bürger könnten rein gar nichts mehr dagegem tun.

    Zur Not einfach mal anrufen und denen auf die Finger hauen!!

    Woll’n wir ma dat Beste hoffen!

  • Rainer

    Ökoskandal würd ich es jetzt nicht unbedingt nennen! Die Übertragung dient immerhin der effizienteren Nutzung des in Deutschland produzierten Stromes. Sei es nun Strom aus Windkraft oder aus Atomkraft. Physisch lässt sich der Strom so oder so nicht aufsplitten.
    Viele vergessen aber auch, dass die Windräder die ganze Landschaft verschandeln und auch große Einschnitte in die Natur mit sich bringen. In Norddeutschland stehen inzwischen unheimlich viele Windkraftanlagen und es werden immer mehr gebaut. On- und Offshore Windparks produzieren so viel Strom, dass dieser nicht allein im Norden Verbraucht wird und auch gen Süden nach Nordrhein Westfalen etc. abtransportiert werden soll. Leider müssen auch hierfür immer wieder neue Hochspannungsleitungen verlegt werden. Die meisten Anwohner wünschen sich, dass die Trassierung unterirdisch erfolgt. Was allerdings aufgrund höherer Bau- und Verlegungskosten der Kabel und notwendigen Konverterstationen immer wieder abgelehnt wird. Ein gutes Beispiel für diese Windkraft gebundene Kabelverlegung ist auch der “Todesstreifen durch Ostfriesland”. Gleich sieben bis acht neue Leitungen die von verschiedenen Windparks in der Nordsee nach Süden ins Binnenland verlegt werden sollen.
    Vielleicht sollten wir nicht alle nur nach Strom aus erneuerbaren Energiequellen schreien, sondern auch über die baulichen Einschnitte in die Landschaft nachdenken.

  • Jörg

    Hallo Rainer,
    vergiss dabei aber bitte nicht, dass es im Süden nicht die gleichen Windvorkommen gibt. Der Bau eines Windparks ist hier zwar nicht kostenintensiver erzeugt aber wesentlich weniger Strom. Die Investoren wollen ja auch ihr investiertes Kapital nebst Gewinnen zurückerhalten.
    Und natürlich ist uns allen auch klar, dass der Netzausbau dafür notwendig ist. Andernfalls wäre eine flächendeckende Nutzung von Strom aus erneubaren Energien kaum möglich. Alles andere ist völliger Schwachsinn… Oder glaubst du, dass ein Atomkraftwerk abgebaut werden kann und auf gleicher Fläche ein Energiepark aus Wind- und Solaranlagen entsteht, welcher die gleiche Strommenge produzieren könnte?

  • Iason

    Die NorNed Leitung hat bisher fast nur Strom aus Norwegen nach den Niederlanden transportiert, also nix mit Atomstrom in Norwegen speichern.
    Ich denke auch, daß es bei NorGer genauso sein wird, da wird eher hier in Deutschland ein umstrittenes und ineffizientes Grundlastkraftwerk nicht gebaut, bzw. abgeschalten.
    Der Strom in Norwegen wird dann teurer, und damit wird man dort etwas sparsamer/effizienter damit umgehen, und wir hier werden kaum etwas merken.

Hinterlasse eine Antwort