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Seekabel

Seekabel werden zur Verbindung zweier Orte benötigt, die durch ein Gewässer getrennt sind.  Sowohl für den Daten- als auch für den Stromtransfer kommen sie zum Einsatz und sorgen dafür, dass Informationen zwischen zwei Kontinenten übertragen werden können oder Strom z.B. von einer Offshore-Energieanlage bis zu den Verbrauchern am Festland geleitet wird.

Durch die schnell voranschreitende Globalisierung bedarf es immer größerer Übertragungskapazitäten bei kleiner werdenden Durchleitungsverlusten. Daher kommen heute neue Techniken, wie HGÜ-Kabel (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) und Glasfaserkabel zum Einsatz und ermöglichen immer größere Transfermengen.

Eignungsüberprüfung der Kabeltrasse

Bevor ein Seekabel überhaupt verlegt werden kann, muss durch Erkundung des für die Kabeltrasse vorgesehenen Gebietes eine Eignungsüberprüfung erfolgen. Während der Überprüfung müssen sowohl die geophysikalische Beschaffenheit des Meeresbodens, als auch Naturschutzgebiete und Schifffahrtsrouten berücksichtigt werden. Die Ergebnisse der Untersuchung entscheiden über den genauen Verlauf der Kabelverbindung, die Verlegemethode und die Art des Kabels.

Genehmigungsverfahren für Seekabel

Auch wenn Seekabel auf dem Meeresgrund oder darin verlaufen, bedarf es einer genaueren Kontrolle, bevor das Kabel verlegt wird. Für die Genehmigung der Seekabel ist das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und die jeweilige Landesbehörde zuständig. Die Zuständigkeit des BSH erstreckt sich auf die Ausschließliche Wirtschaftszone (12 bis 200 Seemeilen) vor der Küste, während die Landesbehörden für die Genehmigung der Kabeltrasse im Bereich der Küstenmeere  zuständig sind.

Verlegungsmethode

Ein speziell für die Verlegung ausgerüstetes Schiff transportiert die riesigen Kabeltrommeln und lässt das Kabel Meter für Meter ins Wasser. In den flachen Küsten nahen Regionen, erfolgt mit Hilfe eines Hydraulikpfluges die Eingrabung des Kabels in den Meeresboden oder bei sandigerem Boden durch Einspülung. Dies dient zum Einen dem Schutz vor Schiffsankern oder Schleppnetzen und zum Anderen sollen die Einflüsse auf die Natur, durch Wärmeentwicklung, beschränkt werden.

Da der exakte Verlauf des Kabels festgelegt ist und später auch in Seekarten verzeichnet werden muss, wird die genaue Position des Verlegeschiffes ständig durch Sonar und GPS überprüft.

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